Rezension: The Travel Episodes

4. Juli 2016
Buchcover "The Travel Episodes" - Band 1

30 Kurzgeschichten von Fernweh und Freiheit, das sind die Travel Episodes und sie nehmen euch mit auf Reisen rund um den Globus. Erzählen Geschichten von fernen Regionen, Begegnungen mit Menschen, Ängsten und Liebe. Ein Buch voller Abenteuer, bei denen man nur zu gern dabei ist. In drei Teilen geht es um abwegige Landpartien, gewagte Unterfangen und innere Stimmen. So verschieden wie die Autoren, sind auch die Momentaufnahmen und Erzählweisen, die das Fernweh schüren, aber auch auf den Punkt bringen, dass Reisen durchaus seine Schattenseiten hat, sehr anstrengend und nicht die Lösung aller Probleme sein kann.

Ich würde euch hier gern jede einzelne Geschichte vorstellen, allerdings würde das wohl etwas den Rahmen sprengen. Deshalb habe ich fünf herausgepickt, die es mir – jede auf ihre Art – besonders angetan haben. Das soll natürlich nicht heißen, dass die anderen nicht mindestens genauso gut sind. Aber das werdet ihr hoffentlich auch selbst herausfinden.

Road to Mandalay von Martin Schacht
Dieser Herr Schacht, der bringt mit einfach immer zum Lachen. Das war schon bei seiner „Gebrauchsanweisung für Thailand“ so und auch jetzt bei dieser Geschichte, in der er sehr unterhaltsam von seiner Reise durch Burma berichtet. Es geht unter anderem um Zeit und Fortbewegung, eine Fahrt über die Gokteik-Eisenbahnbrücke und etwas verschrobene Zeitgenossen. Wie etwa einen Guide, der in vierzig Jahren Heimarbeit einen funktionstüchtigen Helikopter gebastelt hat. Der steht nun in seinem Vorgarten herum und kann nicht abheben, weil seinem Erbauer leider das Geld für den passenden Motor fehlt. Neben allem, was man über das Reisen in Burma erfährt, mag ich an diesem Bericht die herrlich gewählten Wörter und die Wildlederschuhe des Autors, die sich wie ein roter, staubiger Faden, mit modischem Farbverlauf den Weg durch seine Reisezeilen bahnen.

Von ungleicher Gleichheit von Lena Kuhlmann
Marokko ist der Dreh- und Angelpunkt dieser kurzen Episode. Nach ein paar Tagen in der Wildnis, steht Lena jeder Form von Körperpflege sehr aufgeschlossen gegenüber. Ein Besuch in einem Hamam soll für Erfrischung und Sauberkeit sorgen und so nimmt die Geschichte voller Komplimente, fremder Hautschuppen und liebenswerter Nacktheit ihren Lauf. Klar wird unter anderem, dass Verhüllung nicht gleich Verklemmtheit bedeutet.

Auf der Straße des Lebens von Jennifer und Peter Glas
Peter und Jennifer sitzen zitternd in einem Münchner Lokal. Sie kennen sich erst viereinhalb Monate. Bis jetzt haben sie noch nicht zusammen gewohnt und das erste gemeinsame Zuhause soll ausgerechnet ein knapp dreißig Jahre alter Siebeneinhalbtonner werden, mit dem sie gemeinsam um die Welt reisen wollen. 35 bzw. 40 Jahre alt, kündigen sie ihre Jobs, verlassen die Komfortzone. Sie wollen sich besser kennenlernen und eine Antwort auf die Frage finden, was eigentlich Freiheit bedeutet. Auf ihrem großen Abenteuer überfahren sie nicht nur unzählige Ländergrenzen, sondern stoßen hin und wieder auch an ihre eigenen. Eine spannende, unglaublich liebevoll erzählte Geschichte. Definitiv die romantischste im ganzen Buch.

Das erste Mal richtig die Hosen voll von Pia Röder
Pia will nach Hause. Von Argentinien zurück nach Deutschland. Für den Flug fehlt ihr das Geld, also heuert sie auf einem etwas betagten und zudem löchrigen Katamaran an. Das Teil ist nur elf Meter lang und Pia wird zwischen Sturm und Stille klar, dass das nicht die geilste Idee war, die sie jemals hatte. Die wichtigste Lektion, die sie dabei lernt ist, Umstände, die sie nicht ändern kann, einfach hinzunehmen. Auch wenn ihr dabei schlecht ist und sie ein bisschen weinen muss.

Meine wichtigste Erkenntnis über das Reisen von Philipp Laage
Reisen macht nicht glücklich. So bringt es Philipp Laage auf den Punkt. Zumindest für sich. Negativ soll das nicht rüber kommen. Definitiv regt es zum Nachdenken an. Wird das Reisen nicht allzu oft als eine Form der Realitätsflucht missbraucht? Macht es wirklich andere Menschen aus uns? Sollte uns nicht viel mehr die beständige Arbeit an uns selbst zufriedener werden lassen? Können wir Probleme durchs Reisen wirklich abschütteln oder schleppen wir sie doch nur im Reisegepäck mit uns herum, um spätestens nach der Rückkehr und beim Auspacken wieder mit ihnen konfrontiert zu werden? Philipp hat Antworten, zumindest auf einige Fragen.

Mit dem Lesen solltet ihr euch nicht zu viel Zeit lassen, denn am zweiten Band wird schon fleißig gewerkelt und er wird Ende des Jahres erscheinen. Ich kann es kaum erwarten. Die Zeit bis dahin werde ich stöbernd auf www.reisedepeschen.de und www.travelepisodes.com verbringen, denn von dort kommen die vielen schönen Geschichten im Buch. Schaut doch auch mal vorbei, nachdem ihr den ersten Band verschlungen habt. Juten Appetit!

Titel: The Travel Episodes – Geschichten von Fernweh und Freiheit
Herausgeber: Johannes Klaus
Seiten: 352
Erschienen: Malik Verlag
ISBN: 978-3-492-40592-8

© Buchcover: Malik Verlag

Noch mehr Buchtipps
Wenn euer Hunger nach Abenteuern noch immer nicht gestillt ist, vernascht doch auch noch Couchsurfing im Iran und die Stories of a Journay Man.

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  • Monique 3. Januar 2017 at 10:17

    Hi Lu,
    ich kann das Buch auch nur empfehlen.
    Es enthält so viele schöne Geschichten und Abenteuer:)
    LG, Monique

    • Lu 24. Januar 2017 at 19:00

      Hi Monique,
      das finde ich auch. Hab auch den zweiten Band schon zu Hause, bin aber noch nicht zum Lesen gekommen. Da steckt sicher auch so viel Fernweh drin!
      Liebe Grüße
      Lu

  • Ilona 24. Januar 2017 at 11:34

    oh, ich muss dir folgen. Da hab ich zu viele interessant klingende Sachen entdeckt… da brauch ich mehr Zeit für ;)

    • Lu 24. Januar 2017 at 18:57

      Na, dann herzlich willkommen. Das freut mich wirklich sehr! Liebe Grüße Lu

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