Slowenien, du bist so wunderbar

18. Juni 2011

Es war Mitte Juni und zwei herrliche Frühsommerwochen lagen vor uns, als wir eines Nachts zu viert aufbrachen. Das Auto stopften wir voll bis unters Dach mit viel zu viel Gepäck, mindestens genauso viel guter Laune, dem einen oder anderen Energy Drink und sehr, sehr großen Erwartungen an unser Ziel Slowenien.

Unser Aufenthalt sollte in zwei Etappen stattfinden und für die erste Woche hatten wir das kleine Dorf Kamno auserwählt. Am Fuße der Julischen Alpen zogen wir in ein restauriertes Bauernhaus ein. Von außen normal unscheinbar, erwartete uns in seinem Inneren eine liebevolle Einrichtung, mit allen Annehmlichkeiten, die man für einen komfortablen Start in die sehr notwendige Erholung benötigt. Auch vor der Tür Idylle pur. Natur soweit das Auge reicht. Reizüberflutung im positiven Sinne. Ruhe, frische Landluft, herrliche Berge, blühende Wiesen, verschlafene Dörfchen, der Fluss Soča, der sich wie eine smaragdgrüne Schlange durch die Landschaft windet und auf ihrem Rücken abwechselnd geheimnisvolle Nebel oder Wassersportler davonträgt.

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lumorgenstern_slowenien3Das Wetter war auf unserer Seite und so hielten wir uns die meiste Zeit draußen auf und erkundeten die Umgebung. Auf dem Programm standen unter anderem ein Ausflug zur Quelle dieses herrlichen Flusses, eine Wanderung durch den Triglav-Nationalpark, Abstecher in nahe gelegene Orte und eine Tour zu einem Wasserfall inklusive Kletterakrobatik durch ein gigantisches Flussbett, in dem wir uns zwangsläufig wie Zwerge fühlen mussten.

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Ein Höhepunkt war zweifellos die Besteigung eines Berges, dessen Namen ich bis heute nicht aussprechen kann, ohne mir dabei völlig die Zunge zu verknoten. Dennoch wurde dieser Mrzli vrh mit einer Höhe von knapp 1360 Metern nach eingehender Prüfung der Alternativen von uns für geeignet befunden und wir stiefelten los. Bergauf, bergab lief alles gut, bis sich scheinbar unüberwindbare Hindernisse auf unserem Weg auftürmten.

Hellbraune Felsen standen und lagen da. Schmatzend, Grasbüschel, die aus Mäulern hingen, wiederkäuend. Etwas gelangweilt musterten uns mehrere Paare großer Kulleraugen, die zu stattlichen Kühen gehörten. Als wir gerade kehrt machen und eine andere Richtung einschlagen wollten, hörten wir aus einiger Entfernung Rufe. Die galten uns und kamen vom Hügel. Vor ein paar Häusern und Hütten standen drei Menschen, die uns zuwinkten und uns zu verstehen gaben, wir sollen doch bitte die Kühe so gut es geht ignorieren und zu ihnen kommen. Voll tiefstem Respekt schlängelten wir uns um die braunen Riesen herum und schafften es zum Haus.

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lumorgenstern_slowenien6Der Ort stellte sich als bewirtschaftete Alm heraus. Und nachdem wir dieses wunderbar urige Fleckchen Erde ausgiebig gelobt hatten, machten unsere Gastgeber mit uns eine kleine Führung durch ihre Schatzkammer. Herrlicher Käse, groß wie Wagenräder, lagerte dort. Leider war er noch nicht reif und wir mussten ihn schweren Herzens zurücklassen. Dafür erhielten wir eine Kostprobe einer Masse, die sich in einem Stadium zwischen Quark und Käse zu befinden schien. Noch lauwarm und etwas speziell aßen wir davon, so viel wir konnten. Danach wurde mit selbst gebranntem Obstler auf die Verdauung und die letzte Etappe angestoßen.

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Wir machten uns wieder auf dem Weg. Blickten immer wieder zurück auf die kleiner und kleiner werdenden Häuschen und Menschlein und Kühe.

Oben angekommen, belohnten wir uns mit einem kleinen Picknick, verloren uns in Sonne und Wolken, sahen zu, wie Greifvögel und Schmetterlinge um uns herumtanzten. Gleichzeitig verschlangen wir unsere mitgebrachten Gipfeleier und den Ausblick der sich uns bot, auf die umliegenden Berge, das tiefe Tal, in dem die kleinen Orte und unsere Dorfkirche in Kamno wie Spielzeug erschienen. Und natürlich die Soča – der grüne Faden, der sich durch unsere erste Urlaubswoche zog. Erst schleichend und dann immer stärker, kam dieses Gefühl in uns auf, das Freiheit und Glück bedeutet.

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Fotocredit: Bilder 8 & 9 (die Welt von oben) © Herr 20

Mehr über unsere zweite Woche in Slowenien kannst du hier erfahren.

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4 Comments

  • Reply Kerstin 18. März 2016 at 16:17

    Ich tummele mich grade von Seite zu Seite auf Deinem Blog/ Reisetagebuch und kann mich gar nicht sattsehen… So tolle Bilder und Texte voller Sehnsucht. Besonders hab ich mich in das Foto mit den 2 Kühen und dem alten Auto verliebt <3
    Liebe Grüße,
    Kerstin

    • Reply Lu 18. März 2016 at 17:24

      Hallo Kerstin,
      ich freue mich sehr, dass du hierher gefunden hast und dass es dir gefällt. Das Bild mag ich auch super gern und wenn ich an diesen Tag denke, an dem es entstand, dann lässt die Sehnsucht nicht lange auf sich warten. Slowenien ist einfach mal ein ganz tolles Urlaubsland.
      Liebe Grüße
      Lu

  • Reply Der perfekte Kurzurlaub in Slowenien in 3 Tagen: Highlights, Route & Tipps - paradise-found.de 16. November 2016 at 23:48

    […] war in Slowenien unterwegs und hat einen tollen Beitrag darüber […]

  • Reply Eine traumhafte Reise durchs ehemalige Jugoslawien 14. Juni 2017 at 19:34

    […] Über Lu und ihren Blog: Lu Morgenstern ist Pendlerin zwischen Vollzeitjob, Fernweh und 28 Urlaubstagen im Jahr. An fremden Orten wird sie zum bekennenden Messi, wenn es um Strandgut, Sonnenstrahlen, Glücksmomente und schöne Geschichten geht. Manche davon hält sie in ihrem Reisetagebuch auf lu-morgenstern.de fest und teilt dort außerdem Tipps für Europa- und Fernreisen sowie Städtetrips. Zu ihrem Blog und ihrem Artikel über Slowenien geht es hier entlang. […]

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