Naturparadies Asturien: Knallgrün und klatschnass

8. März 2020

Der erste Satz in unserem Reiseführer lautet: „Bitte nicht noch mehr Regen!“. Und im Grunde könnte ich jetzt einen ellenlangen Artikel über das Wetter in Asturien schreiben. Er wäre genauso ergiebig, wie das, was sich in der ersten Woche um unser Haus herum ergießt. Dazu Temperaturen um die 13 Grad. Im Juni. Herzlichen Glückwunsch. Aber die Reise war von Anfang an Russisch Roulette. Der Mann hatte im Jahr zuvor schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Mir ist also klar, worauf ich mich einlasse. Ich will dennoch unbedingt hier her, seit er mir Fotos von diesem Fleckchen Erde gezeigt hat. Also macht er sich noch einmal gemeinsam mit mir auf den Weg nach Asturien. Seine Eltern, die damit ebenfalls zu Wiederholungstätern werden, dürfen für ein paar Tage mit.

Immer auf der Flucht – dahin wo die Sonne scheint

Da wir nicht wegen des Regens gekommen sind, werden wir recht oft zu Wetterflüchtlingen. Und während sich die Berge gegenseitig weinende Wolken zuschieben, sind wir ständig auf der Suche nach ein paar Sonnenstrahlen und lassen uns von ihnen zwischen Gebirge und Küste, zwischen Natur und Städten hin- und hertreiben. Das Wetter bestimmt unser Programm – Tag für Tag. Wir sehen und machen dennoch so ziemlich alles, was wir uns vorgenommen haben. Nur die Reihenfolge liegt nicht ganz in unserer Macht. Aber wen kümmert das schon. Und ich kann an dieser Stelle schon mal sagen, dass sich Asturien an allen anderen Zielen, die ich in Spanien nun schon gesehen habe, vorbei und ohne viel Mühe auf Platz 1 geschoben hat. Vielleicht wird es da auch für immer bleiben.

Wo liegt denn dieses Asturien?

Schlage doch mal deinen digitalen oder altmodischen Atlas auf, so dass du Spanien vor dir hast. Dann fährst du mit deinem Finger bis ganz in den Norden des Landes. Westlich der Mitte, umzingelt von Kantabrien, Galicien und Kastilien und León findest du das Fürstentum Asturien. Mit seiner Hauptstadt Oviedo liegt die Region eingebettet zwischen dem Kantabrischen Meer und dem gleichnamigen Gebirge, wo sich auch der zentrale Gebirgszug „Picos de Europa“ befindet – vielleicht hast du davon ja schon mal gehört. Wenn nicht, wird es wirklich Zeit.

Wie an vielen Orten in Nordspanien, haben sich Meer und Berge hier gefunden – Topf und Deckel quasi, die nicht besser zusammenpassen könnten. Denn wo du dich bei anderen Reisezielen vermutlich für eines von beiden entscheiden musst, kannst du hier alles haben: vormittags baden, nachmittags eine Wanderung im Gebirge machen oder anders herum. In Asturien geht das ganz easy und es sind auch nicht die einzigen Aktivitäten, denen du nachgehen kannst.

Das macht Asturien so besonders

Was mich an Asturien überzeugt hat, ist vor allem die Natur. Diese wurde auch von anderen schon früh geschätzt und so verwundert es nicht, dass der erste Nationalpark Spaniens (seit 1918) hier zu finden ist: das Reservat Picos de Europa, mit dem Picu Urriellu und den Covadonga-Seen. Insgesamt gibt es in Asturien über 55 geschützte Gebiete, unter anderem bestehend aus Reservaten, Naturparks und Landschaftsschutzgebieten. Zusammen genommen entsprechend diese mehr als einem Drittel der Fläche des Fürstentums.

Die so genannte Costa Verde, also Grüne Küste, hat mich mit ihren schroffen Bergen, Tälern, Schluchten, dichten Wäldern und Flüssen sofort in ihren Bann gezogen. Mit rund 400 Kilometern Länge findest du hier außerdem die am besten erhaltene Küste in ganz Spanien und einige der schönsten Strände des Landes – naturbelassen, weitläufig und mit feinem Sand. Noch dazu: Steilküsten, kleine Buchten und Flussmündungen, wie dem Naturschutzgebiet Villaviciosa.

Die Natur ist aber nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen besonders. Pflanzenliebhaber dürften sich über eine abwechslungsreiche Flora freuen, wie beispielsweise Orchideenarten, die nur hier zu finden sind. Anderswo bereits selten geworden, in Asturien aber noch anzutreffen, sind Wölfe, Bären, Wildkatzen und halbwilde Pferde. Und je nach Region ziehen unter anderem verschiedene Adler- und Geierarten oder Störche Vogelbeobachter in ihren Bann.

Asturien: perfekt für Naturliebhaber, Aktivurlauber und Ruhesuchende

Wenn ich das alles zusammennehme, fällt mir auf Anhieb niemand ein, dem Asturien nicht gefallen könnte. Ok, einzige Ausnahme: Du hasst Natur und suchst die Nähe zu möglichst vielen Menschen. Wenn das nicht der Fall ist, bist du hier goldrichtig. Was die Natur betrifft, solltest du jetzt im Bilde sein. Ansonsten kann ich dir sagen, dass du viel Ruhe finden wirst. Es gibt (noch) keinen Massentourismus, denn außerhalb Spaniens ist die Region recht unbekannt und deshalb auch nicht besonders überlaufen.

Wenn du also deinen nächsten (Aktiv-)Urlaub planst, ganz egal, ob du einen der vielen Wege abwandern, am Strand liegen oder dort spazieren, Surfen, Mountainbiken oder Reiten willst: Asturien könnte der Schatz für dich werden, nach dem du vielleicht schon lange suchst. Wenn du die Abwechslung liebst und auch ein bisschen Stadt und Kultur im Urlaub brauchst, dann wirst du auch das bekommen. Es spricht wirklich vieles für und wenig gegen diese Region in Nordspanien.

Die beste Reisezeit für Asturien sind übrigens die Sommermonate, wobei es eben auch im Juni recht nass und frisch werden kann. Einzige Ausnahme dürften die spanischen Ferien im August sein. Dann ist auch hier deutlich mehr los und nach allem, was wir so gehört haben, bietet es sich in dieser Zeit wohl eher nicht an, herzukommen.

Worauf du dich noch freuen kannst:

  • Tipps für Asturien: In dem Artikel werde ich alles Sehens- und Erlebenswerte mit dir teilen, das wir in zwei Wochen entdeckt haben. Es wird nicht langweilig, das kann ich dir schon jetzt versprechen.
  • Fabelhafte Wanderungen: Wir waren im Schnitt an jedem zweiten Tag mindestens zu einer kleineren Wanderung unterwegs. Auf die schönsten nehme ich dich demnächst mit.
  • Vogelbeobachtung: An den Covadonga-Seen haben wir eine knapp vierstündige Birdwatching-Tour mitgemacht. Weil die so toll gewesen ist, gibt es auch dazu bald mehr – hier in meinem Reisetagebuch.

Also klickt dich bald mal wieder rein. Es lohnt sich!

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