Tipps für deinen Urlaub auf den Kapverden

1. November 2013

2 Menschen, 14 Tage und 3 Inseln. Von Sal nach Sao Vicente nach Santo Antao und wieder zurück. Das war unser Urlaub auf den Kapverden und am Ende hatten wir ein neues Lieblingsreiseziel, haben tolle Menschen getroffen, viel gesehen und erlebt. Natürlich sollst du die Kapverden aber auch auf einer eigenen Reise kennenlernen. Ich hoffe, dass du Lust dazu bekommst und habe deshalb ein paar hilfreiche Tipps für deine Planung zusammengetragen.

Die beste Reisezeit?
Immer! Auf den Kapverden herrscht so ein tolles Klima, dass man tatsächlich das ganze Jahr über dort hinfahren kann. Im Sommer ist es um die 30 und im Winter um die 25 Grad warm. Die Temperaturen nachts sind meist nur jeweils 5 Grad niedriger. Zwischen August und Oktober kann es zu starken Regenfällen kommen, muss aber nicht. Manchmal tut sich da auch jahrelang nichts und diese Regenzeit ist auch nicht mit der in Asien vergleichbar. Etwas windiger ist es durch den Passatwind zwischen Oktober und Juni. Hauptreisezeit ist wohl im Sommer und in der Weihnachtszeit kommen viele Einheimische, die ausgewandert sind, um ihre Familien in der Heimat zu besuchen. Letzteres solltet ihr bei eurer Planung berücksichtigen.

Anreise auf die Kapverden
Mehrere deutsche Flughäfen bieten Direktflüge auf die Kapverden an. Somit kannst du in nur knapp sechs Stunden dort hinkommen. Wir hatten einen Zwischenstopp in Lissabon. Wenn du schlau planst, kannst du also auch dort noch etwas Zeit verbringen.

Sicherheit
Bevor du diese oder eine andere Reise planst und buchst, lohnt sich immer ein Blick auf die Website des Auswärtigen Amtes, auf der aktuelle Reisewarnungen, aber auch Informationen zu besonderen Vorschriften sowie medizinische Hinweise (z. B. notwendige Impfungen) veröffentlicht werden. Die Infos zu den Kapverden findest du hier.

Dokumente für die Einreise
Zur Einreise auf den Kapverden benötigst du auf jeden Fall einen Reisepass (mindestens noch 6 Monate gültig) und ein Touristenvisum. Das Visum für einen Erwachsenen kostet ca. 45 Euro und ist für maximal 90 Tage gültig. Darüber hinaus gibt es auch Familien- oder Gruppenvisa.

Das Visum erhält man von der Botschaft der Kapverden in Berlin. Wenn man in Berlin wohnt, kann man dieses persönlich bei der Botschaft beantragen und auch dort abholen. Bei mir hat das nur ca. 3 bis 4 Werktage gedauert. Natürlich solltest du dich darauf nicht darauf verlassen, dass das der Normalfall ist. Also am besten rechtzeitig drum kümmern. Das Ganze lässt sich natürlich auch postalisch regeln. Einen entsprechenden Antrag, den man auf jeden Fall braucht, kann man sich auf der Website der Botschaft herunterladen. Dort steht auch drin, was zusätzlich noch benötigt wird. In Ausnahmefällen kann man das Visum auch bei der Einreise bekommen, aber auch darauf solltest du dich nicht nicht verlassen und vorher besser nochmal genauere Informationen einholen.

Die Qual der Wahl: Welche Insel soll es sein?
Die Kapverden – das sind ca. 13 Inseln, die zu Afrika gehören und knapp 500 Kilometer vor der Westküste Afrikas im Atlantik auf dich warten. 9 von ihnen sind bewohnt und kommen somit als potenzielle Reiseziele in Frage. Für welche Insel oder Inseln du dich entscheidest, dürfte vor allem von deinen Vorlieben abhängig sein. Für Sonnenanbeter und Strandläufer werden Sal und Boa Vista die klaren Favoriten sein. Wer lieber wandern geht, wird beispielsweise auf Santo Antao sein Glück finden. Du solltest also vorher genau überlegen, was du von deinem Urlaub erwartest und dann gezielt auswählen. Wir haben die Inseln Sal, São Vicente und Santo Antão besucht.

Sal

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Auf der Sonnen- und Sandinsel Sal haben wir zum ersten Mal unsere Füße auf kapverdischen Boden gesetzt und die ersten Tage unserer Reise in Santa Maria verbracht. Und wenn du, so wie wir, ziemlich erholungsbedürftig in den Urlaub startest, dann bietet sich diese Insel einfach an. Denn hier kannst du erst einmal in Ruhe ankommen und dich mit der fremden Welt vertraut machen. Du kannst stundenlang am endlos langen Sandstrand liegen oder spazieren gehen, schwimmen sowie Tauch- oder Schnorchelausflüge buchen (eine Tauchschule gibt es direkt neben dem Pier).

Sobald die Füße wieder kribbeln und du auch noch etwas von der Insel sehen willst, dann mach auf jeden Fall eine Inselrundfahrt auf Sal. Mit etwas Glück kannst du in der „Shark Bay“ auch kleinere Haie beobachten und das ganz aus der Nähe. Touren dorthin werden im Stadtzentrum angeboten. Nimm unbedingt Wasserschuhe mit! Am Abend solltest du einer der Bars in Santa Maria einen Besuch abstatten und den Tag zwischen buntem Trubel und Livemusik ausklingen lassen.
Dauer des Aufenthalts: 3,5 Tage mit vielen Aktivitäten. Ein weiterer Strand-/Erholungstag wäre nicht verkehrt gewesen.

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São Vicente

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Unsere zweite Station war Mindelo auf São Vicente, eine Stadt in der über 80 Prozent der Inselbewohner leben. Das mag jetzt riesig klingen, aber so schlimm ist es bei weitem nicht. Trotzdem ist schon deutlich mehr los, als in Santa Maria auf Sal. Ich empfehle dir auf jeden Fall eine Stadtführung mitzumachen. Das lohnt sich immer und du bekommst ganz sicher noch ein paar Tipps und Geschichten zu hören, die dein Reiseführer nicht auf Lager hat. Auch eine Inselrundfahrt solltest du dir nicht entgehen lassen. Hierzu gehört vor allem ein Abstecher auf den 750 Meter hohen Monte Verde, denn von dort kannst du eine fabelhafte Aussicht auf die Insel und Mindelo genießen.

Natürlich warten auch hier Strände und das schöne blaue Meer auf dich! Allerdings sind wegen der starken Brandung nicht alle zum Schwimmen geeignet. Einen Strand, der windgeschützt ist, findest du bei Baía das Gatas. In Mindelo solltest du übrigens erst recht in mindestens eine Musikbar gehen. Oft gibt es schon am Nachmittag Livemusik. Schau dich einfach nahe der Strandpromenade in den Gassen des Zentrums um. Wir sind hier fündig geworden.
Dauer des Aufenthalts: insgesamt knapp 3,5 Tage, weil wir auf der Rückreise auch noch einmal Station gemacht haben. 2 Tage sind meiner Meinung nach ausreichend.

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Santo Antão

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Aller guten Dinge sind drei und in unserem Fall war das Santo Antão, die zweitgrößte kapverdische Insel. Hier kannst du vor allem Wandern und Tauchen bzw. Schnorcheln. Sollte es dich auch ins abgelegene Tarrafal de Monte Trigo verschlagen, dann schau auf jeden Fall in Sachen Unterwasserwelten mal auf der Website von Santo Antao Scuba Diving vorbei. Außerdem solltest du hier unbedingt einmal mit den Fischern aufs Meer fahren und angeln. Eins der schönsten Reiseerlebnisse, die ich jemals hatte und der Fisch war einfach köstlich!

Schwimmen (wenn die Strömung es zulässt), ausruhen, einen großen Stapel Bücher lesen, die Fischer und das Dorfleben beobachten – das sind alles Dinge, für die du dir hier alle Zeit der Welt nehmen kannst, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Wenn du also richtig viel Energie tanken willst, bist du an diesem Ort sehr gut aufgehoben. Wenn du ständig Action brauchst, such dir lieber etwas anderes. Dann verpasst du aber auch das i-Tüpfelchen: Traumhaft schöne Sonnenuntergänge und erst dieser Sternenhimmel!
Dauer des Aufenthalts: 4,5 Tage. Obwohl in Tarrafal wirklich der Hund begraben und eigentlich nichts los ist, hätte ich es hier locker noch eine Weile aushalten können.

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Viele hilfreiche Informationen zu den einzelnen Inseln, Tipps zur Reise selbst und zu Aktivitäten gibt es auf dieser Website: www.kapverden.de

Bargeld

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Die Kapverden haben ihre eigene Landeswährung, den Escudo de Cabo Verde (CVE). Wobei 1 Euro aktuell ungefähr 110 CVE entsprechen. Wir haben erst auf den Kapverden mit der Kreditkarte Geld abgehoben. Auf Sal und Sao Vicente war das kein Problem (in einer Bank oder direkt am Automaten). Schwieriger war es auf Santo Antao (hier nachzulesen). Dort und sicher auch auf anderen Inseln gibt es Orte, wo definitiv keine Möglichkeiten bestehen, an Bargeld zu kommen. Das solltest du immer im Hinterkopf haben. Mit Kreditkarte kann man in der Regel auch nicht zahlen (außer in größeren Hotels). Am besten vorher in Erfahrung bringen (z. B. bei der Unterkunft nachfragen), ob es geht und dich mit ausreichend Bargeld eindecken. Taxifahrer oder manche Geschäfte nehmen auch Euro.

Inlandsflüge

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Wer mehrere Inseln bereisen möchte, wird vermutlich (je nach Insel) einen oder mehrere Inlandsflüge benötigen. Diese werden von der staatlichen Fluggesellschaft TACV in kleinen Propellermaschinen angeboten. Man kann sie theoretisch vor Ort buchen, aber es gibt keine Garantie, dass man für den gewünschten Tag ein Ticket bekommt. Auch werden nicht alle Inseln angeflogen, manche erreicht man nur per Fähre (dazu unten mehr). Wir haben unsere Inlandsflüge bereits von Deutschland aus gebucht über http://www.kapverden.de/urlaub-reisen/inlandsfluege.html Von Sal nach Sao Vicente und zurück haben wir pro Person ca. 210 Euro bezahlt.

Was du diesbezüglich unbedingt beachten solltest: Flüge können sich schnell mal verschieben oder ausfallen. Deshalb ist es sowieso besser, zeitlichen Puffer einzuplanen. Zusätzlich solltest du einen Tag vor dem Flug bei der Fluggesellschaft anzurufen, um sicher zu stellen, dass der Flieger überhaupt und zur geplanten Zeit abhebt. Außerdem müssen Inlandsflüge jeweils 48 Stunden vor dem Flug rückbestätigt werden, da es sonst sein kann, dass das Ticket noch einmal verkauft wird und dann kommt man nicht mit.

Fähren

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Wie schon angesprochen, sind einige Inseln nur per Fähre zu erreichen, zum Beispiel wenn man von Sao Vicente nach Santo Antao möchte. Allerdings ist auch auf dieses Verkehrsmittel nicht immer Verlass, da sich Zeiten verschieben oder Fahrten ausfallen können. Informationen hierzu gibt es ebenfalls auf kapverden.de Wie sich eine Fahrt mit der Fähre anfühlen kann, erfährst du hier.

Ausflüge und Infos

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Da wir keinerlei Erfahrungen mit den Kapverden hatten, haben wir im Voraus alle Unterkünfte und Flüge/Inlandsflüge von Deutschland aus gebucht. Bei der Buchung der Inlandsflüge wurden wir außerdem gefragt, ob wir Interesse an Ausflügen oder einem Mietwagen haben und uns wurde dann eine umfangreiche Liste zugeschickt. So haben wir direkt von zu Hause aus schon drei Sachen klar gemacht (Stadtrundgänge sowie Inselrundfahrten). Das kann ich nur empfehlen, da wir immer Einzelbetreuung durch sehr gute Guides hatten und man so doch einiges mehr sieht, erfährt und erlebt. Einen Mietwagen hatten wir spontan auf Sal vor Ort für einen Tag gemietet. Ich meine, das hat so um die 50 Euro gekostet.

Lieblingsunterkünfte
Auf Sao Vicente haben wir auf der Hin- und Rückreise übernachtet. Zu Beginn waren wir für 3 Nächte im Solar Windelo. Das kleine Hotel befindet sich relativ weit oben auf einem Berg und wir hatten einen super Ausblick auf die Stadt und den Hafen. Der Hotelmanager war toll und hat sich extrem gut um uns gekümmert, auch wenn manches gar nicht seine Aufgabe gewesen wäre.

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Auf dem Rückweg haben wir im Casa Colonial übernachtet. Ein kleines, aber sehr feines Boutique Hotel. Tolles Haus, zentral gelegen, mit super Einrichtung und sogar einem kleinen Pool im Innenhof!

Auf Santo Antao haben wir uns im Mar Tranquilidade einquartiert und ich habe es geliebt, auch wenn wir eine Mitbewohnerin hatten, mit der wir uns erst einmal arrangieren mussten. Was da los war, erfahrt ihr hier.

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Hinweis: Alle Infos auf dieser Seite, auch zu den Unterkünften, beruhen auf meinen Erfahrungen, die ich im Oktober 2013 gemacht habe. Weil das nun auch schon ein Weilchen her ist, solltest du dich vor deiner Reise natürlich auch an anderen Stellen umfassend informieren und bezüglich Unterkünften auf gängigen Portalen die aktuellen Bewertungen lesen.

Und? Hast du Lust bekommen? Dann lies gleich noch meine Geschichte „Fisch ahoi! Angeln auf Kapverdisch“. Das war nämlich ein super Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest.
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